
« Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus » ist ein Essay von Rainer Mühlhoff, Philosoph und Mathematiker, Professor für « Ethik und kritische Theorien der Künstlichen Intelligenz » an der Universität Osnabrück.
Das Buch ist erschienen 2025 im Reclam Verlag (ISBN 978-3-15-014666-8 ; 160 Seiten).
Vorab ein Zitat von Rainer Mühlhoff am Anfang seines Buches :
« Das vorliegende Buch zeigt, dass aktuell eine politische Synergie zwischen diesen neuen rechten Bewegungen und Tech-Eliten sichtbar wird und an Bedeutung gewinnt (…).
Den Dreh- und Angelpunkt bildet dabei das Thema künstliche Intelligenz (KI). KI-Technologie bildet nicht nur ein Kernsegment der IT-Industrie, sondern ist seit Jahrzehnten mit ideologischen und pseudophilosophischen Denkfiguren verknüpft, in denen libertäre, elitistische und antiegalitäre Weltanschauungen dominieren als Fortsetzung von Eugenik, White Supremacy und Rassismus. »
Der Essay von Rainer Mühlhoff weist dementsprechend mehrere Schwerpunkte auf :
* Die Merkmale von Faschismus und vor allem von neueren faschistischen Strömungen (antidemokratisches Wirken, Gewaltbereitschaft, Technologie als Machtinstrument).
* Die Merkmale der KI ; in diesem Zusammenhang wird die historische Entwicklung der KI, sowie deren aktuellen Erscheinungsformen dargestellt. Laut Mühlhoff befindet sich die KI heute weitgehend in einer « subsymbolischen » oder « probabilistischen » Phase. Die KI-Systeme sammeln riesige Mengen an Daten ; so werden die Schlussfolgerungen von KI-basierten Entscheidungen « keine logisch hergeleiteten Wahrheiten, sondern Aussagen über Wahrscheinlichkeiten ». Mühlhoff unterstreicht diese Aussage anhand eines fiktiven Beispiels betreffend eine Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld. Im Fall einer probabilistisch orientierten KI geben die Entscheidungen keinen Ermessensspielraum, womit von vornherein marginalisierte Bevölkerungsschichten, die nur wenig Ahnung von ihren Rechten und deren juristischer Anwendbarkeit haben, benachteiligt sein würden. Ähnliche Überlegungen gibt es seitens des Autors bei anderen Entscheidungsprozessen wie z.B. der Abbau der Staatsverwaltung, der faschistischen Systemen besonders nahe zu liegen scheint.
* Des Weiteren stellt Mühlhoff den Zusammenhang zwischen der Tech-Privatwirtschaft und faschistischen Systemen dar, sowie zur Eugenik (« Bleibt jemand auf der Strecke, weil er die Technik nicht beherrscht, wird das als mehr oder weniger legitime natürliche Auslese betrachtet »).
Persönliche Schlussfolgerung :
Der Essay von Rainer Mühlhoff enthält eine Vielzahl interessanter Ansätze, von der Entwicklung vom Faschismus, der KI, sowie von der möglichen Beziehung zwischen beiden Größen.
Als Kritik an Mühlhoffs Buch könnte man vorbringen, dass mehrere Ideen an verschiedenen Stellen immer wieder auftauchen und somit der Struktur des Textes schaden. Des Weiteren enthält das Buch auch zahlreiche komplexe Fachbegriffe sowie philosophische Begriffe, die jedoch zumeist vom Autoren erklärt werden.
Fazit : Der Essay von Rainer Mühlhoff bleibt ein lesenswertes Buch, da es eine große Anzahl Informationen und Stellungnahmen beinhaltet.

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