
Die Entwicklungen der letzten Tage in Zusammenhang mit dem US-israelischen Angriffskrieg auf Iran haben wohl wieder die Unsinnigkeit der Losung“ si vis pacem para bellum“ gezeigt, die wir hier im Titel verändert haben.
Dem Spruch, dass wer Frieden wünscht den Krieg vorbereiten soll, wird nachgesagt, er stamme vom spätrömischen Militärautor Vegetius (4tes Jahrhundert unserer Zeitrechnung).
Ein solch altertümlicher Ursprung verleiht aber an sich keine Legitimität.
In der Tat wird man sowohl in der alten wie der modernen Geschichte nur Beweise finden, dass Aufrüstung zwangsläufig zu Krieg führt und die Wirkung der Abschreckung nur so lange gilt, wie ernste und langfristige Maßnahmen erfolgen, welche den Frieden und die Zusammenarbeit der Völker abzusichern.
Die wohl ersten Lehren hierzu wurden durch die Westfälischen Verträge gezogen, die dem 30-jährigen Krieg und der Verwüstung in Europa ein Ende setzten und einen Zeitraum ungeahnter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen zur Folge hatten
Noch nicht vor zu langer Zeit rief der in seiner schmierigen Unterwürfigkeit gegenüber dem Gratismieter des Weißen Hauses wohl konkurrenzlose Generalsekretär der NATO mit dieser verwitterten Losung die Mitgliedstaaten der Verteidigungsgemeinschaft auf, ihre Verteidigungsausgaben auf 5 % des Bruttosozialproduktes heraufzusetzen und so der Forderung der USA nachzukommen. Eine Forderung, welche ein offensichtlich mehr und mehr geistig eingeschränkter unwürdiger Greis auf einer Gipfeltagung in Den Haag geäußert haben soll. Nichtsdestotrotz scheint die damals eingeforderte Unterwerfung in diesen Tagen nicht auszureichen : die Europäer sollen sich nicht nur unendlich zur Kriegsvorbereitung hingeben, sondern auch mit dem Kindskopf in den Krieg am Golf ziehen
Ohne die geringste Einsicht in die Dringlichkeit wichtigerer Probleme dieses Planeten stürzten sich aber alle Regierungen in einen völlig ungebremsten Taumel von Kriegsvorbereitungsausgaben und selbst im Großherzogtum, von Grün bis Bräunlich über Schwarz und Rot, zerbricht man sich die Köpfe wie diese Mittel auszugeben wären.
Ist es die Einfallslosigkeit der gedruckten und gesendeten Medien, die erklärt, dass alle Spalten und Sendungsminuten mit wahren Lobeshymnen auf die Attraktivität der Militärindustrie und der unbedingten Notwendigkeit aufwendiger Kriegsvorbereitungen aufgefüllt werden ?
Diese Verbreitung antiquierter militaristischer Ideologien geschieht zudem in einer Zeit, wo die Angriffskriege gegen die ukrainischen und palästinensischen Bevölkerungen täglich besonders deutlich zeigen, dass Aufrüstung und gegenseitige Bedrohung früher oder später ausschließlich zu Zerstörung und unendlichem Elend führen, deren Beseitigung riesige Anstrengungen während Generationen erfordern wird.
Kein Tag vergeht, ohne dass hochrangige Offiziere vom Herrenberg ihr Lametta im Staatsprivatfernsehen RTL vorzeigen und über Aufrüstungstrategien in mit luxemburgischen Sprachfetzen durchsetztem Amerikanisch faseln dürfen
Das Finanzministerium veröffentlicht zur Finanzierung der astronomischen Militärverschwendung eine eigene Staatsanleihe, innerhalb Stunden ist sie gezeichnet und sogleich verspricht man eine zweite. Nebenbei jammert man über zu rasch steigende Staatsverschuldung und droht den Sozialausgaben.
Solche Militarisierung der Gesellschaft schreitet überall voran : selbst der taufrische Großherzog zeigt sich im etwas zu knapp gewordenen Battledress und Kinder dürfen völlig illegal mit wirklichen Schnellfeuergewehren anlässlich einer „Offenen Tür“ auf dem Herrenberg spielen.
Plötzlich soll man alsbald in Luxemburg Kriegswaffen herstellen und der Bau einer Militärfahrzeugfabrik in dem dicht besiedelten Steinsel wird erwogen. Das von Gaunerinvestoren heruntergewirtschaftete Liberty Steel Areal soll jetzt zur Kanonenschmiede werden
Vielleicht darf man daran erinnern, dass solche Produktionsstandorte im Kriegsfall mehr oder weniger legitime Angriffsziele darstellen und sich Generäle, ob Freund oder Feind, in der Regel wenig um Kollateralschäden scheren, seien es gar die schicken Villas im Lavalspark.
Ähnliches gilt wohl der Idee eines Militärspitals, welche besonders beim grünen Ex – Verteidigungsminister Bausch große Zuneigung fand. Wird doch ein solches Unterfangen schnell eine Ausgabe von mehr als einer Milliarde darstellen so dass man auf diese Weise geschwind an die 5%-Marke herankommen kann. Besondere Freunde fand der Gedanke weiland bei den Kirchberger Investitionsdoktoren. Hier war der Grund ein anderer als Geldverbrennung ; ein Militärspital soll im Falle eines Falles auch als Pandemiespital dienen. Eine solche Einrichtung kann viele Patienten und Verdachtsfälle aufnehmen. So werden weder normale Spitalstätigkeiten noch das im privaten Spitalssektor übliche Geldverdienen mit überteuerten oder nutzlosen Leistungsabrechnungen behindert. Beide hatten in der letzten Coronapandemie stark gelitten.
Unerwähnt bleibt aber die Tatsache, dass es dieses Gerede um ein solches Spital seit den 30iger Jahren gibt. Damals kam der Vorschlag von der belgischen Regierung und wohl aus mehreren politischen als auch militärstrategischen und logistischen Planungsgründen.
Die Promotoren des Militärspitals unterschlagen aber, dass das Hauptproblem der Gesundheitsversorgung in Luxemburg im Mangel an Ärzten und anderem Fachpersonal liegt. Dies wird durch eine solche in Friedenszeiten weitgehend nutzlose Einrichtung, welche ja Fachkräfte braucht, verschärft .
Letztlich muss man auch einsehen, dass zurzeit nicht nur das seit 1945 bestehende internationale Recht, welches Angriffskriege verbietet, mit großem Eifer ständig gebrochen wird, sondern auch die noch viel ältere Genfer Konvention zum Schutz von Gesundheitseinrichtungen.
Hierdurch wird auch ein Militärspital zum potentiellen Angriffsziel.
Täglich wird man ja Zeuge zahlreicher, mutwillig zerstörter Gesundheitseinrichtungen in Afghanistan, dem Gazastreifen, der Ukraine und jetzt auch in Iran und Libanon.
Wenn man aber zu alledem ein bisschen vernünftige Distanz nimmt, kann am sehen, dass das NATO-Bündnis implizit in seiner Unterwerfung unter die erratische US -Politik nicht nur nicht in der Lage war, in den letzten 30 Jahren nach dem Zerfall der UdSSR eine stabile Sicherheitsarchitektur in Europa aufzubauen beziehungsweise zu erhalten, sondern man kann auch nicht mehr leugnen , dass sich die USA als selbst-aufgebaute Schutzmacht völlig wirkungslos erweist und seine Rolle nur in dem Hochtreiben der Rüstungsausgaben erfüllt. Deren Nutznießer sitzen fast ausschließlich in den Boardrooms der US-Militärindustrie.
Die jetzt täglich bombardierten Golfstaaten müssen in der Tat zusehen, dass ihre pharaonischen Waffenkäufe nichts gebracht haben, da es keine effektive Abwehr von Flugkörpern für sie gibt und im Zuge des israelischen-amerikanischen Angriffskrieges ihre Wirtschafts- und Lebensgrundlage zugrunde geht.
Obwohl täglich offensichtlicher wird, dass dieser Konflikt für Beteiligte und Unbeteiligte nur grenzlosen Schaden bringt, ist ein Ende nicht abzusehen. Der großmäuligen Schutzmacht, ein Selbstversorger fossiler Brennstoffe, ist der Untergang der Öl- und Gasindustrie sowie die Lebensmittelversorgung der Golfstaaten egal. Ähnlich wird es wohl im Konfliktfall den europäischen Nato-Partnern ergehen. Schon jetzt wird die sich anbahnende Teuerungswelle mit offensichtlich größter Hilflosigkeit geahndet, nur um den dementen und verkorksten US-Kommandeuren keine Unfreundschaflichtkeit zu erweisen.
Sieht man jetzt ein, dass der Kurs der gesamtgesellschaftlichen Militarisierung sinnlos ist? Wann hört man wieder zum Friedensthema die Moralapostel von Kirche, Staatsrat und Menschenrechtskommission? Wo sind die ehemals so friedensbewegten Künstler und Seelenforscher geblieben?
Dem ehemaligen französischen Kriegsminister Georges Clemenceau wird von 1916 der Spruch nachgesagt, dass der Krieg eine viel zu ernsthafte Sache sei, um ihn den Generälen zu überlassen.
Mehr als 100 Jahre später wird man wohl zum Schluss kommen müssen, dass Krieg eine zu ernste Angelegenheit ist, um dessen Vorbereitung der Nato und anderen aufrüstungshörigen Politikern zu überlassen !

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