Blauer Dunst und trockene Kehlen

Un groupe de personnes portant des verres de bière en train de faire un toast à une table dans un cadre chaleureux.

Jetzt ist für die meisten von uns der „Dry January“ vorbei und die kurze, aber bemerkenswerte Polemik der Gaststättenbetreiber und Winzer soll dennoch einen Nachtrag erlauben.

Der Wert des Verzichts des Alkoholkonsums während eines Monats steht außer Frage, bringt  doch dieses Pausieren bei den zahlreichen Gesellschaftstrinkern    eine erhebliche körperliche Entlastung durch Regeneration von Leber und Niere mit sich.

Wertvoll ist auch der Impakt auf Verkehrsunfälle sowie bei dem Einzelnen die Verbesserung von Schlaf und Arbeitsfähigkeit.

 Bisher hielt sich das Murren gegen diese, ursprünglich der Zivilgesellschaft entsprungene Initiative in Grenzen, obwohl man annehmen musste, dass in Berufsgruppen wo Alkoholabhängigkeit keine Seltenheit ist, der Gedanke einer monatelangen Abstinenz   auf keine große Anteilnahme stoßen würde

Da plötzlich das Gesundheitsministeriums, wie fast alle ähnlichen Einrichtungen der Welt, diese Initiative unterstützte, erlebten wir eine Welle von geharnischten Protesten von Seiten der Wirte und Winzer die Einbußen ihrer Einnahmen vorgeben. Hierbei handelt es sich nicht nur um Realitätsverlust, da Luxemburg Spitzenreiter im pro-Kopf Verbrauch von Alkohol ist und ein leichter, zeitgebundener Konsumerückgang doch vertretbar sein dürfte.

 Die Begleitmusik in der Diskussion stört mehr.

Die Meinung wird großzügig vorgebracht, dass der Staat, selbst mit einer reinen Empfehlung,sich nicht um das Gesundheitsverhalten des Einzelnen  zu kümmern hat .

Darf oder muss man sogar man diese Äußerungen etwa im Zusammenhang der sich immer mehr erweiternden Welle des Libertarianismus sehen? Die Leugnung der gesellschaftlichen Einflüsse auf die Gesundheit des Einzelnen und der entsprechende Verantwortung der Politik  ist einer   tragenden Gedanken des Trumpschen Politik , die zugegebener  Massen immer mehr die Form einer brandgefährlichen Karikatur annimmt

Die systematische Verachtung gesundheitspolitischer Ziele ist mittlerweile mehr also salonfähig geworden, wie man in der Diskussion über die Besteuerung der Tabakwaren feststellen darf. Finanzminister und Budgetrapporteur verteidigen mordicus  den hiesigen niedrigen Steuersatz, der zu  guten Einnahmen aber auch zu gigantischem, grenzüberschreitendem Schmuggel führt und die   an sich wirksamen  Preismassnahmen zur Minderung des Tabakkonsums unserer Nachbarländer hintertreibt.

Hat da wer gemeint Profitsucht führt zu Verrohung der Gesellschaft und verhindert deren  Fortschritt, er hat bestimmt übertrieben.

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